Fanfiction – Das Geheimnis des Kikuyu

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Level 11 – Der letzte Teil des Kikuyu

Langsam begannen meine Füße müde zu werden. Wir drangen immer Tiefer in die Pyramide ein, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Mir fiel auf, dass wir uns kontinuierlich nach oben bewegten. Wir müssten schon ziemlich hoch sein, aber ich hatte meinen Orientierungssinn hier wirklich völlig verloren.
   „Hör auf mit offenen Augen zu träumen“, sagte Netty.
Ich schaute auf.
„Hä?“
„Wenn du nicht aufpasst wo du hintrittst, läufst du direkt in eine Falle!“
„Ist ja lieb wenn du dir Sorgen machst, aber das ist echt nicht nötig! Ich pass schon auf.“
   Netty beließ es bei einem ärgerlichen Blick und konzentrierte sich wieder auf den schmalen Pfad. Nach kurzer Zeit kamen wir in einem Raum an, der um einiges größer war als der Raum mit den Hieroglyphen. Aber er war völlig schmucklos. Der einzige „Schmuck“ im gesamten Raum war .
   „Tja Mädels, hier sind wir wohl in einer Sackgasse gelandet“, sagte Chrissi und ließ einen enttäuschten Blick durch den Raum wandern.
   „Das kann doch gar nicht sein! Ich bin immer dem Weg, der von der Karte angezeigt wird, gefolgt“, meinte Kitjes, die die Karte in ihren Händen hielt.
   Chrissi runzelte die Stirn „Dann musst du irgendwo falsch Abgebogen sein. Das hier sieht jedenfalls nicht wie der Raum mit dem letzten Teil vom Kikuyu aus...“
„Nein, ich hab mich sicher nicht geirrt, ich kann schließlich Karten lesen!“, fauchte Kitjes.
   „Nun macht mal halblang.“, sagte Lara. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Schätze nicht unbedingt in auffälligen und kostbar eingerichteten Räumen sein müssen. Diese Räume sollen für gewöhnlich vom eigentlichen Schatz ablenken. Es ist also gut möglich, dass das Kikuyu hier irgendwo versteckt ist!“
   „Du vergisst, dass der Teil vom Kikuyu nicht zum ursprünglichen Pharaonenschatz gehört. Erinnert ihr euch an den alten Mann in Kenia? Der hat uns doch erzählt, dass das Kikuyu sich seit 300 Jahren in dieser Höhle im Dschungel befand. Also muss der Kopf des Kikuyus auch erst später in diese Pyramide gelangt sein.“, erklärte Netty.
Das gab uns allen zu denken.
   Nach kurzem Schweigen ergriff Lara das Wort „Hm, da hast du recht. Aber vielleicht könnten wir ja trotzdem nach meinem Prinzip vorgehen. Denn danach wären wir auf der richtigen Spur – und die Karte ist ja schließlich auch der Meinung, dass wir das letzte Stück hier finden.“
   Ich zuckte mit den Schultern „Am besten suchen wir in dem Raum jeden Quadratmillimeter ab.“
Gesagt, getan. Wir schnappten uns jede eine Taschenlampe und durchsuchten den Raum, klopften die Wände ab und überprüften mittels Räuberleiter die Decke.
Aber leider blieb der Erfolg aus.
   „So ein Mist. Hier ist echt nix zu finden...“, sagt ich und kickte einen herumliegenden Kriselstein weg. Er schlug gegen die Wand und es ertönte ein leises Klicken. Wir sahen auf.„Wow!“, hauchte ich.
   Wir gingen mit schnellen Schritten in die hinterste Ecke des Raumes. Ein Teil hatte sich aus der Wand herausgelöst und 2 eingeritzte Symbole sind sichtbar geworden.
bdquo;Was soll das darstellen?“, fragte Kitjes.
   Lara runzelte die Stirn „Hieroglyphen sind das aber nicht. Diese Zeichen sind viel jünger... maximal 400 Jahre alt, ehr noch weniger.“ .
   „Wenn du mich fragst, dann sind das stark Vereinfachte Darstellungen von Feuer und Sonne.“, sagte Netty.
„Ja, das könnte hinkommen...“, bestätigte ich.
   „... Feuer und Sonne...“, murmelte Lara. „Ah!“ machte sie und drehte sich auf dem Absatz um und ging rasch zu der Fackel.
   Sie fing an daran herumzuhantieren. „Das Teil muss sich irgendwie bewegen lassen!“, keuchte sie.
Wir eilten ihr zur Hilfe. Schließlich gelang es uns, die Fackel ein Stück zu bewegen.
   „Los Mädels, strengt euch an!“
Wir versuchten es weiter und so konnten wir die Fackel um fast 90° nach links drehen.
   Wir ließen von der Fackel ab und schauten uns erwartungsvoll im Raum um. Aber es geschah nichts.
„Moment, seht ihr das da?“, fragte Chrissi und deutete an die Decke.
   Bei genauerem Hinsehen war da ein ganz feiner Spalt zu erkennen, durch den man das helle Sonnenlicht scheinen sehen konnte.
   „Das muss es sein!“, schnappte Lara und stürmte auf den Riss in der Decke zu. Wir versuchten es mit einer Räuberleiter und so machten sich Lara und Kitjes an der Decke zu schaffen. Mit den entsprechenden Werkzeugen konnten sie das Loch vergrößern und zogen sich dann hindurch. Sie halfen dann auch Netty, Chrissi und mir nach oben.
   Wir befanden uns jetzt auf dem Pyramidenstumpf und hatten von hier eine wahnsinns Aussicht. Na ja, wenn es etwas gäbe, auf das wir sehen konnten – denn unter uns befanden sich nichts als Sand und Steine. Aber trotzdem war der Anblick atemberaubend. Es fing schon wieder an zu dämmern. Von hier oben muss man einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang haben...
Ich riss mich von der Aussicht los und schaute die anderen erwartungsvoll an „Und nun? Woher wissen wir, dass wir hier richtig sind?“
   „Auf dem Stein war doch noch ein zweites Zeichen eingeritzt: die Sonne. Ich denke mal, dass das einfach ein Hinweis darauf ist, dass sich das Kikuyu nicht in der Dunkelheit der Pyramide befindet, sondern hier draußen, an der frischen Luft.“, meinte Lara.
„Aber wo?“, fragte ich schon fast verzweifelt.
Lara zuckte mit den Schultern.
   „Sollen wir mal wieder jeden Mikromy absuchen?“, fragte Kitjes mit einem Stirnrunzeln.
   „So’n Quatsch, ihr habt doch gerade eben gesehen, dass das gar nichts bringt. Da müssen wir uns schon was anderes einfallen lassen.“, sagte ich und setzte mich auf eine kleine Erhöhung. Der Stein war ganz wackelig, sodass ich nicht sicheren Halt finden konnte und mich mit einem „Die Pyramide ist ja schon am Auseinanderfallen...“ wieder erhob.
   Lara vermutete wohl etwas besonders hinter dem gewöhnlichen Stein ein unterzog ihn gleich einer Untersuchung. „Mädels, kommt mal her“, flüsterte sie aufgeregt.
   Wir schauten etwas verwirrt, rückten aber trotzdem näher zu Lara heran.
   Sie hielt den Atem an und versuchte den Stein zu bewegen. Es ging nicht. Wir versuchten es mit vereinten Kräften, aber der Erfolg blieb aus. Voller Enttäuschung ließen wir von dem Stein ab und setzten uns auf den nackten Steinboden.
   In dem Moment gab Netty ein „Aua“ von sich und der Stein schob sich wie von Geisterhand selbst zur Seite. Erschrocken sprangen wir auf und starrten zuerst den Stein, und dann Netty an.
   Sie lächelte verlegen und meinte „Ich hab mich eben auf etwas Spitzes gesetzt und in dem Moment ist das mit dem Stein passiert...“
   So knieten wir uns über das Loch, das der Stein freigeben hatte. Lara griff kurzerhand hinein und zog mit einem triumphierenden Grinsen das letzte Teil vom Kikuyu, den Kopf des Engels, hervor.
Wir staunten über seine unendliche Schönheit. Die Augen des Engels schienen aus einem kristallklaren, transparenten Edelstein gefertigt zu sein.
   Der Sonnenuntergang war inzwischen angebrochen und so funkelten sie Augen des Kikuyu feuerrot in der Abendsonne.
   „Ich kann gar nicht glauben, dass wir jetzt wirklich den letzten Teil des Artefaktes in unseren Händen halten...“, murmelte ich.
   Lara lächelte. „Aber ein Teil fehlt uns immer noch. Wir brauchen noch die Gliedmaßen, die ‘Yume’ uns vor der Nase weggeschnappt hat! Ihr wisst was das heißt? Auf nach Japan!“
   Wir fuhren zum Haus von Sean zurück. Er war äußerst Neugierig und wollte alles, was wir in der Pyramide erlebt haben, ganz genau wissen. „Eine erstaunliche Geschichte.“, sagte er. „Schlaft noch eine Nacht darüber, OK Mädels? Morgen nach dem Frühstück könnt ihr dann weiter nach Japan reisen. Ich besorge ein Flugzeug.“
   Wir sprachen noch am gleichen Abend mit Stevi, um herauszufinden wo ‘Yume’ ihr Hauptquartier hat. Er erzählte uns etwas von einem geheimen Unterschlupf mitten in Tokio!
   „Wir werden uns auch den allerletzten Teil vom Kikuyu schnappen. Morgen geht’s nach Japan – dem Land der aufgehenden Sonne.“, meinte Lara optimistisch.



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